POP LIBIDOS

POP LIBIDOS: kuratierte Konstellationen

Fotografie ist der Ausgangspunkt von Pop Libidos. Meine Arbeit ist seit jeher dokumentarisch geprägt, auch dort, wo Persona, Inszenierung und bewusste Selbstgestaltung ins Bild treten. Mich interessiert, was geschieht, wenn Menschen sich zeigen, verändern, überhöhen oder Seiten von sich freilegen, die im Alltag kaum Raum bekommen. Die Kamera begleitet diesen Prozess und hält jene Augenblicke fest, in denen Haltung, Spannung und Individualität eine besondere Dichte entwickeln.

Im Einzelshooting entsteht diese Nähe im direkten Austausch. Ich beobachte, reagiere, gebe Impulse und entwickle gemeinsam mit der Person vor der Kamera, was sich im Verlauf zeigt. Blick, Bewegung, Kleidung, Körper und Rolle können sich verändern, verstärken oder überraschend neu zusammensetzen. Gerade diese Offenheit lässt Bilder entstehen, die nicht auf eine vorher festgelegte Vorstellung reduziert sind.

Im Salon erweitert sich diese fotografische Arbeit um die Begegnung mehrerer Persönlichkeiten. Aus Blickwechseln, Nähe und Distanz, Anziehung, Irritation, Zurückhaltung oder spontanen Allianzen entstehen Situationen, die sich nicht vollständig inszenieren lassen und gerade deshalb fotografisch interessant werden. Die Kamera bewegt sich mitten darin und reagiert auf das, was zwischen den Menschen entsteht.

Pop Libidos verbindet dokumentarische Fotografie, Selbstinszenierung und erotisch aufgeladene Begegnungen zu einer künstlerischen Praxis, in der das Bild nicht nur einen Menschen zeigt, sondern einen besonderen Zustand seiner Präsenz festhält.


In der frühen griechischen Vorstellung erscheint Eros als eine ursprüngliche Kraft des Begehrens, der Anziehung und Verbindung. Für Pop Libidos liegt darin der Ausgangspunkt: Dort, wo Begehren Haltung annimmt, Fantasie in Form übergeht und ein Mensch beginnt, neue Möglichkeiten seiner selbst zu verkörpern, wird Eros schöpferisch. Er zieht an, verbindet, verdichtet und bringt etwas hervor, das zuvor nur als Möglichkeit vorhanden war.

Pop Libidos setzt genau an diesem Übergang an — zwischen innerem Impuls und sichtbarer Gestalt, zwischen Anziehung und Ausdruck, zwischen Möglichkeit und Werden. Der POP LIBIDOS SALON schafft dafür einen kuratierten gesellschaftlichen und künstlerischen Raum. Gastgeber, Gäste, Atmosphäre, Blick, Inszenierung und Resonanz verbinden sich zu einer Situation, deren Verlauf nicht vollständig vorherbestimmt ist. Der Salon lässt jene Spannung entstehen, in der Persönlichkeit intensiver, mutiger und überraschender hervortreten kann.

Hier wird Inszenierung zu einer Technik des Werdens. Der Körper wird Ausdrucksmittel, die Persona zum Experiment und die Begegnung zum schöpferischen Material. Pop Libidos sucht nicht die Entladung, sondern die Verdichtung des Begehrens. Energie wird nicht auf einen Höhepunkt hin organisiert, sondern in Schwebe, Spannung und anhaltender Aufladung gehalten.

Willkommen in unserem Berliner Salon.

«Dieser Raum lebt davon, dass etwas jederzeit möglich scheint, ohne dass es eingelöst werden muss.»
— Pop Libidos